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Krystyna Kuhn: Engelshaar (Buchkritik)

©Verlag: Piper
von unserer Redakteurin Silke Schröder

Die Polizeipsychologin Hannah Roosen hat sich nach einem schwierigen Fall eine Auszeit genommen. Sie wechselt in eine neue, vom hessischen Innenministerium ins Leben gerufene Abteilung, die sich mit dem Profiling von Tätern beschäftigt. Doch aus der ruhigen wissenschaftlichen Arbeit wird nichts, denn schon der erste Fall geht Hannah unerwartet nah.

Die 16-jährige junge Aussiedlerin Jelena Epp wird tot aufgefunden; scheinbar ertränkt und aufbewahrt wie ein Engel. Steckt Jelenas krimineller russischer Freund hinter diesem Fall, der Anführer einer russischen Jugendgang? Oder kommen gar ihre Eltern in Frage, die der streng religiösen Gemeinde der Mennoniten angehören und ihre Tochter verstoßen haben? Und warum ist auch Jelenas Freundin Marina Klaasen seit der Tat verschwunden?

Spannend, facettenreich und einfühlsam ist der neue Krimi von Krystyna Kuhn. Angesiedelt im Aussiedler-Milieu, wirft der Roman Blicke in zwei fremde Welten: in die Strukturen junger Russen-Gangs und in die Gemeinschaft der Mennoniten, einer christlichen Gemeinschaft, die, ähnlich wie die Amish-People in Amerika, Fortschritt und Gewalt ablehnen.

Ihre Hauptdarstellerin Hannah Roosen überzeugt mit ihrem Willen zur Lösung des Falls ebenso, wie mit ihren Zweifeln, ob sie alles richtig macht. Und es macht sie nicht weniger sympathisch, dass ihr psychologischer Scharfsinn in ihrer privaten Umgebung manchmal versagt. So ist sie nicht nur die knallharte Profilerin, sondern auch die Frau, die einen guten Rat im privaten Leben vertragen kann.

Wer Krimis mit weiblichen Hauptdarstellern liebt, greift hier nicht daneben.
Autor/in: Krystyna Kuhn
Verlag: Piper
Erscheinungsjahr: Januar 2005
Preis: 13 €
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