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Lemony Snicket: Das teuflische Hospital (Buchkritik)

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27.08.2002
Von unserer Redakteurin Katrin Ruß

Der Leser wird vor dem Lesen des Kinderbuches "Das teuflische Hospital" eindringlich gewarnt, nur nicht die erste Seite aufzuschlagen, weil das Buch fürchterlich, unerfreulich und beängstigend ist. Normalerweise ein starker Anreiz für Kinder, sofort mit dem Lesen zu beginnen. "Das teuflische Hospital" von Lemony Snicket ist der 8. Band der schaurigen Kult-Geschichten um Violet, Sunny und Klaus.

Das Schicksal der Baudelaire-Kinder fesselt von der ersten Seite an. Erzählt wird von ihrer Flucht vor der Polizei, von der sie wegen Mordes an Graf Olaf gesucht werden. Der ist jedoch gar nicht so tot, wie alle meinen, sondern jagt mit seinen finsteren Kumpanen ebenfalls hinter den Geschwistern her, um ihnen ihr Vermögen abzunehmen. Seinen grausigen Höhepunkt hat die Geschichte, als Violet im Henry-J.-Heimlich-Hospital auf dem OP-Tisch liegt, wo die erste Craniectomie (Kopfamputation) an ihr durchgeführt werden soll.

Das Ende ist wiederum offen, was die Leser mit etwas Unmut zurückläßt. Heißt es doch, wieder warten auf den nächsten Band. Man wird etwas an die bekannten Vorabendserien erinnert, wo auch immer während der spannendsten Szene ausgeblendet wird, damit man sich auch garantiert wieder am nächsten Abend vor der Flimmerkiste findet.

Das Buch hat seine spannenden und witzigen Seiten, zeigt aber auch erhebliche Längen. Vor allem Sunny mit ihrer Babysprache wird mit der Zeit schwer anstrengend. Es bleibt zu hoffen, dass Lemony Snicket noch zur rechten Zeit einen guten Abschluß für seine bisher spannende Geschichte findet, bevor seine Bücher dann doch im Regal stehen bleiben.
Autor/in: Lemony Snicket
Verlag: Beltz
Erscheinungsjahr: 2002
ISBN: 3-407-79848-2
Preis: 9,90 €
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