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Deutsche Krimis

Sabine Kornbichler: Der gestohlene Engel (Rezension)

© Knaur Verlag
06.03.2008
Seit fast 30 Jahren kennen sich Sophie, Ariane und Judith, als Ariane ihren Freundinnen mitteilt, dass sie unheilbar an Krebs erkrankt ist - und dass ihr Ex-Mann nicht der Vater ihrer 8-jährigen Tochter Svenja ist.

Als einziges Andenken an die kurze Liaison vor acht Jahren hat sie einen goldenen kleinen Schutzengel, ein Einzelstück, extra von einem Goldschmied angefertigt. Ariane bittet die Juristin Sophie etwas über den Engel und Svenjas Vater herauszufinden. Doch als Sophie auf erste Hinweise stößt, ändert Ariane schlagartig ihre Meinung und möchte, dass ihre Freundin die Nachforschungen einstellt. Auch Judith reagiert abweisend auf Sophies Recherchen. Was also steckt hinter diesem Engel und stimmt die Geschichte mit dem One-Night-Stand überhaupt? Sophie lässt nicht locker und kommt langsam hinter ein fast perfektes Geheimnis.

Sabine Kornbichlers neuer Roman beschäftigt sich mit Fragen der Moral, der Selbstjustiz und des gesunden Menschenverstandes. Ihre Heldin Sophie steht als Juristin ganz und gar hinter den Buchstaben des Gesetzes. Doch im Laufe ihrer Ermittlungen muss sie sich immer mehr der Frage stellen, ob die Gesetze bei jedem Verbrechen richtig greifen. Nicht, dass sich die Autorin für die Selbstjustiz ausspricht, doch sie plädiert dafür, in bestimmten Fällen „fünfe gerade sein zu lassen“ und zeigt in ihrem Buch selbst kreative Wege zur Verhinderung von Straftaten auf.

Ein spannend inszenierter Roman, der zum Nachdenken anregt – und wieder ein guter Krimi von einer deutschen Autorin.

von unserer Redakteurin Silke Schröder
Autor/in: Sabine Kornbichler
Verlag: Knaur
Umfang: 336 Seiten
Erscheinungsjahr: Februar 2008
ISBN: 978-3426662083
Preis: 16,95 €


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