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Adam Soboczynski: Polski Tango (Buchkritik)

23.11.2006
Von unserer Redakteurin Nadine Jerke

Schon bevor der kleine Adam Soboczynski mit seiner Familie von Polen nach Koblenz umsiedelte, sehnte er sich nach Deutschland. Dort wuchs er zufrieden auf, ohne seine alte Heimat zu vermissen. Nachdem aber mehr als zwanzig Jahre vergangen sind - Soboczynski arbeitet mittlerweile als Journalist - ändert sich dies und er macht sich auf den Weg nach Polen.

Von nun an beschreibt das Buch, mal sachlich, mal sehr persönlich, die Eindrücke des Autors über sein Heimatland und die dort verbrachte Kindheit. Soboczynski schildert Begegnungen mit Menschen, wie zum Beispiel einem Jugendfreund Karol Wojtylas, oder der Frau, die Soboczynski das Laufen beibrachte. Außerdem beschäftigt sich der Autor während seiner Erkundungsreise mit den Deutsch-Polnischen Beziehungen und deren Klischees. Er hinterfragt auf lustige, aber auch auf ernste Weise den Umgang der beiden Länder miteinander.

Die Reise des Adam Soboczynski führt ihn aber nicht nur nach Polen. Er besucht auch die ehemalige DDR, Graz und andere Städte im Herzen Europas. Sein Buch ist ebenso ein Reisebericht wie eine Berichterstattung persönlicher Eindrücke und Gedanken. Ein sehr unterhaltsames, humorvolles Buch, das sich gut zum Verschenken eignet.

Adam Soboczynski, geb. 1975 in Torun/Polen, kam Anfang der achtziger Jahre nach Deutschland. Er studierte Germanistik und Philosophie, unter anderem in England und Kalifornien. Nach seiner Promotion arbeitete er als Dozent und schrieb für Tagesspiegel und Monopol. Heute ist er Autor bei der ZEIT und erhielt 2005 den Axel-Springer-Journalistenpreis.
Autor/in: Adam Soboczynski
Verlag: Kiepenheuer
Umfang: gebunden, 207 Seiten
Erscheinungsjahr: September 2006
ISBN: 978-3-378-00675-1
Preis: 17,90 €


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