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Arnaldur Indridason: Frostnacht (Buchkritik)17.07.2007
Von unserer Redakteurin Nadine JerkeAls Kommissar Erlendur und seine Kollegen zu dem Fundort einer Kinderleiche gerufen werden, trauen sie ihren Augen nicht. Der kleine Junge wurde erstochen und ist wegen des ungewöhnlich kalten Winters auf Island in seinem eigenen Blut am Boden festgefroren. Direkt vor seinem eigenen Wohnhaus wurde der Junge, der thailändischer Abstammung ist, brutal ermordet. Erlendur und seine Kollegen können nach kurzer Zeit die Mutter, Sunee, ausfindig machen. Zusätzlich zu dem Schock über den Tod von Elias, vermisst Sunee ihren größeren Sohn Niran. Der müsste längst von der Schule zu Hause sein, doch bis jetzt fehlt jede Spur von ihm. Die Beamten geben mithilfe eines Fotos sofort eine Suchmeldung heraus, die jedoch zunächst keinen Erfolg zu haben scheint. Während Erlendur und seine Kollegen Sigurður Óli und Elinborg sich mit den Lehrern der Jungs, sowie mit Nachbarn, Mitschülern und dem geschiedenen Mann Sunees unterhalten, verhärtet sich der Verdacht, dass Elias einem Verbrechen aus fremdenfeindlichen Motiven zum Opfer gefallen ist. Doch dann taucht Niran ganz unerwartet auf. Erlendur findet ihn zufällig in einem Keller der Nachbarschaft. Kann der Junge den Beamten bei der Klärung des Mordes helfen? Zunächst schweigt Niran beharrlich, doch Erlendur kann ihn schließlich doch noch zum Reden bewegen… Arnaldur Indridason bleibt seinem unverwechselbaren Stil auch in „Frostnacht“ treu. Ohne große Umwege erzählt er sich durch die von Beginn an spannende Geschichte, die bis kurz vor Ende des Buches undurchsichtig bleibt. Mal wieder ein gelungener Krimi für Fans – und solche, die es werden wollen.
Arnaldur Indriðason, Jahrgang 1961, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland und war Journalist sowie Filmkritiker bei Islands größter Tageszeitung. Heute lebt er als freier Autor mit seiner Frau und drei Kindern in Reykjavik und veröffentlicht mit sensationellem Erfolg seine Romane. Seine Krimis belegen allesamt seit Jahren die oberen Ränge der Bestsellerlisten auf Island, und das in einem Land, indem es nur drei Mordfälle pro Jahr gibt.
Autor/in: Arnaldur Indridason
Verlag: Lübbe
Umfang: gebunden, 400 Seiten
Erscheinungsjahr: Juni 2007
ISBN: 978-3-785-71593-2
Preis: 18,95 €
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