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Barbara Vine: Aus der Welt (Kritik)

19.06.2007
von unserer Redakteurin
Silke Schröder

Die junge Schwedin Kerstin Kvist kommt in den 60er Jahren als Krankenschwester in die englische Oberschichtsfamilie Cosway in einem kleinen Ort in Essex. Die Familie besteht aus der resoluten Mutter Julia, ihren vier Töchtern und dem eigenartigen Sohn John, von dem die Familie behauptet, er sei schizophren. Kerstin erkennt schnell, dass der alleinige Erbe des beträchtlichen Familienvermögens nicht schizophren sondern autistisch ist.


Auch ansonsten fällt ihr in der Familie einiges auf: Die Töchter Ella und die mit dem Pfarrer verlobte Winifred haben den gleichen Liebhaber, die älteste Tochter Ida kümmert sich um den Haushalt und Zorha, die Jüngste, ist bereits Witwe eines Millionärs. Während Kerstins Aufenthalt eskaliert das Spiel aus Lügen und Geheimnissen bis es zum großen Eklat kommt.

Ein Blick hinter die honorige Fassade einer englischen Oberschichtsfamilie aus den 60er Jahren. Mit akribischer Genauigkeit führt uns die bekannte Krimiautorin Ruth Rendell, alias Barbara Vine, die skurrilen und unbarmherzigen Umgehensweisen in einer vertrackten Familienkonstellation vor Augen. Ein böser englischer Gesellschaftsroman á la „Zementgarten“ und „Astas Tagebuch“. Für Fans der subtilen Abgründe ein Genuss.
Ruth Rendell wurde 1930 in South Woodford/London geboren. Zunächst arbeitete sie als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Seitdem hat sie über dreißig Bücher veröffentlicht. Ruth Rendell, die auch unter dem Pseudonym Barbara Vine bekannt ist, lebt in London.
Autor/in: Barbara Vine
Verlag: Diogenes
Umfang: 451 Seiten
Erscheinungsjahr: April 2007
ISBN: 978-3257065503
Preis: 22,90 €


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