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Jonathan Stroud: Bartimäus - Das Amulett von Samarkand (Buchkritik)06.05.2004
Von unserer Redakteurin Katrin RußDas Warten auf den nächsten Band von „Harry Potter“ hat ein Ende. Nicht, dass er bald kommt. Nein, besser, was jetzt kommt ist der erste Band der Bartiäus-Trilogie. Bartimäus ist ein alter, ehrwürdiger, dennoch total lebendiger und vor allem absolut witziger Dschinn. Und zwar keiner der niedrigen Sorte. Um ihn zu beschwören und den eigenen Willen aufzuzwingen, muss man einiges auf dem Kasten haben. Nur die wenigsten erwachsenen Zauberer wären in der Lage dazu. Bartimäus kann es daher kaum fassen, als bei seinem Erscheinen vor ihm im Pentagramm ein kleiner Junge steht, der allen Einschüchterungsversuchen lässig widersteht. Nathaniel befiehlt ihm, einem großen Zauber ein wertvolles Amulett zu stehlen und wohl oder übel muss der Dschinn den Auftrag ausführen. Das was von Nathaniel zunächst als persönliche Rache geplant war (und dazu hat er natürlich Grund), führt dazu, dass er eine gefährliche, politische Intrige in der Welt der Zauberer aufdeckt. Schon bald schwebt er in höchster Gefahr. Und mit ihm, zu seinem Glück und dessen Unglück, der Dschinn. Denn ohne ihn hätte Nathaniel wohl kaum eine Chance, das Ränkespiel zu durchschauen und sich zum Schluss der größten Herausforderung seines Lebens zu stellen. Und so sehr es Bartimäus wahrscheinlich selbst bestreiten würde, scheint ihm das Abenteuer mit dem pfiffigen und draufgängerischen Zauberlehrling doch sogar Spaß zu machen. Bartimäus und Nathaniel sind in keiner Weise harmlos. Anders als bei Harry Potter, wo Gut und Böse märchenhaft getrennt sind, finden sich alle Facetten widerstreitend in den zwei Protagonisten, die sich doch an vielen Stellen für das Richtige entscheiden und so die Sympathien gewinnen. Doch gerade ihr innerer Kampf macht die Geschichte so spannend. Noch weiß man nicht, wie der begabte Zauberlehrling sich weiter entwickeln wird. Groß ist sein Wunsch nach Anerkennung und Macht. Welchen Preis wird er dafür zu zahlen bereit sein? Gut, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist. Ein spannendes Buch, wo der Kampf um Gut und Böse nie ganz entschieden ist. Erzählt mit viel Zynismus, einem trockenen Sinn für Humor und packend, mit einer phantastischen und magischen Geschichte. Ein Buch, das man, kaum begonnen, nicht mehr aus der Hand legen kann. Wunderbar! Autor/in: Jonathan Stroud
Verlag: Omnibus Verlag
Umfang: 540 Seiten
Erscheinungsjahr: 2004
ISBN: 978-357012775-9
Preis: 18,90 EUR
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