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Patricia Cornwell: Die Dämonen ruhen nicht (Buchkritik)

03.08.2004
Von unserer Redakteurin Silke Schröder

„Die Dämonen ruhen nicht“ ist Patricia Cornwells 12. Scarpetta-Roman. Was mit „Brandherd“, „Der blinde Passagier“ und „Das letzte Revier“ begann, findet in diesem Buch sein erstes großes Finale. Aber obwohl das alles in der alten vertrauten Scarpetta-Szenerie spielt, haben die Charaktere zum Teil überraschende neue Rollen erhalten. So ist Scarpetta ist nicht länger die Leiterin der Gerichtsmedizin in Virginia, sondern lebt in Florida und arbeitet als unabhängige forensische Sachverständige. Sie will Abstand bekommen von den schrecklichen Ereignissen der vergangenen Bücher. Cornwell verfolgt verschiedene Erzählstränge.

Der Erste: Ein Serienmörder treibt sein Unwesen in Barton Rouge, Louisiana. Er mordet nur Frauen, die ein gewisse Ähnlichkeit mit unsere Heldin Kay Scarpetta haben. Der Zweite: Der verrückte „Wolfsmensch“ Jean-Baptiste Chardonne, der Scarpetta schon einmal töten wollte und wegen vieler gemeiner Morde in einer Todeszelle in Texas einsitzt, bietet Scarpetta einen Deal an: Sie verabreicht ihm die Todesspritze und er verrät ihr im Gegenzug das Geheimnis seiner Familie – einem französischen Riesenkartell, das in der ganzen Welt in kriminelle Machenschaften verwickelt ist. Der Dritte: Währenddessen versucht Scarpettas Nichte Lucy, die ein geheimes Privatdetektivbüro betreibt, ihre Tante und ihren alten Freund, den ehemaligen Polizisten Pete Marino zu schützen, in dem sie Marinos Sohn, den fiesen Rechtsanwalt der Familie Chardonne, umbringt. Und der Vierte: Der totgeglaubte Benton, Scarpettas Liebhaber, der qualvoll verbrand sein soll, ist nicht tot, sondern hat eine neue Identität vom FBI bekommen und zieht die Fäden im Hintergrund.

Im großen Showdown flieht Jean-Baptiste Chardonne aus dem Todestrakt des Gefängnisses. Die anderen Protagonisten treffen sich in Barton Rouge wieder, Marino, Lucy und eine junge Polizistin töten den Serienkiller und seine Frau, Scarpetta findet die Liebe ihres Lebens wieder und rettet einen kleinen Jungen.

Leider ist es Patricia Cornwell nicht gelungen, die Suspense ihrer ersten Bücher aufrecht zu erhalten. Zu durchsichtig sind die einzelnen Erzählstränge angelegt. Zu kühl bleiben die Figuren durch die Erzählform, dem Präsens. Man kann sich mit keinem der Charaktere so richtig identifizieren. Nicht jeder wird begeistert sein vom Verlauf der Story. Vielleicht etwas für Fans, aber sicher nicht der Höhepunkt der Scarpetta-Saga.

Autor/in: Patricia Cornwell
Verlag: Hoffmann & Campe
Umfang: 480 Seiten
Erscheinungsjahr: Juli 2004
ISBN: 978-345501021-3
Preis: 22,90 EUR
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