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Henning Mankell: Die rote Antilope (Buchkritik)28.05.2003
Von unserer Redakteurin Claudia BeckerIm Jahre 1877 findet der schwedische Foschungsreisende Hans Bengler am Rande der Kalahariwüste einen verwaisten Eingeborenenjungen und beschließt, für ihn zu sorgen. Dazu muß er ihn nach Europa mitnehmen. Doch obwohl Daniel (der eigentlich Molo heißt) die schwedische Sprache rasch versteht, wird er sich in diesem kalten Land nie heimisch fühlen. Er muß Schuhe tragen, an Türen klopfen und sich pausenlos anstarren lassen: die meisten Schweden haben nie zuvor einen Schwarzen gesehen. Als sein Ziehvater mit dem Gesetz in Konflikt gerät, kommt Daniel zu einem kinderlosen Bauernpaar, wo man ihn zum Christentum bekehren will. Angeregt durch die biblische Geschichte, beschließt er zu lernen, wie Jesus auf dem Wasser zu gehen, um über das Meer nach Afrika zurückzukehren. Doch diese Sehnsucht wird ihm zum Verhängnis. Buchkritik: "Die rote Antilope" ist ein ganz besonderes Buch. Henning Mankell schafft es in gewohnter Manier, den Leser tief in die Geschichte zu ziehen. Diesmal folgt man nicht den Spuren eines Kommissares sondern denen eines kleinen afrikanischen Jungen und seine Ziehvaters im 19. Jahrhundert. In eigentlich egoistischer, aber guter Absicht versucht der schwedische Forscher, den kleinen Afrikaner in Schweden zu integrieren mit dem Resultat, dass Daniel/Molo an der Sehnsucht zu seinen Wurzeln zugrunde geht. Ein Buch, das zu Herzen geht und fragt, inwieweit Menschen über die "Verpflanzung" eines anderen entscheiden dürfen.
Henning Mankell, geboren 1948 in Härjedalen, ist einer der angesehensten und meistgelesenen Schriftsteller in Schweden. Allein in Deutschland erreicht die Gesamtauflage seiner Bücher mittlerweile 11 Millionen. Henning Mankell lebt in Maputo, Mosambique, wo er das Teatro Avenida leitet. Mehrere der Wallander-Romane wurden verfilmt.
Autor/in: Henning Mankell
Verlag: DTV
Umfang: 380 Seiten
Erscheinungsjahr: 2003
ISBN: 978-342313075-2
Preis: 10,00 €
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