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Buchkritik: Für Nächte am offenen Fenster

Die prachtvollsten Texte von 1988 – 2002 von Max Goldt


16.09.2003
Von unserer Redakteurin Claudia Becker

Die zweite Jahreshälfte ist in vollem Gange, die kurzen Tage halten Einzug und es ist fast Tradition, dass sich Berufszyniker Max Goldt auf den Weg macht, durch deutsche Städte zu reisen und seine Fans mit guten Texten zu beglücken. In Hannover wird Max Goldt am 16. Dezember im Pavillon Freunde und Fans der Satzakrobatik um sich scharren.

Für alle, die nicht so lange warten wollen, ist jüngst im Rowohlt Verlag eine Art „Goldt-Kompendium“ erschienen, das den schönen Titel „Für Nächte am offenen Fenster“ trägt. Auf über 500 Seiten finden sich die „prachtvollsten Texte von 1988 bis 2002“, wie Autor und Verlag versprechen. Gegliedert sind die Texte in Rubriken, die absurde Überschriften tragen wie „Polythematischer Treibsand“ oder „Cocooning“ bzw. „Not Cocooning“. Dabei ist nicht wirklich erkennbar, welcher Themenblock angesteuert wird, macht aber nix, jeder Text ist aufs Neue eine Überraschung in sich. So ist man es gewohnt vom Titanic-Autoren. Klassische Goldt-Texte wie die „Zischelnden Mädchen aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens“ und die „Aschenbechergymnastik“ sind ebenso zu finden wie bisher unveröffentlichte Texte.

Nun ist es tatsächlich so, dass die Text-Zusammenstellung aus dem Rowohlt Verlag nicht das erste „Best of“-Buch Goldts ist. Die Auswahl ist zu einem Teil identisch mit dem im Jahr 2000 bei Zweitausendeins erschienenen Band „Okay Mutter, ich mache die Aschenbechergymnastik in der Mittagsmaschine“. Aber dieses ist derzeit ausverkauft und eine Neuauflage ist bis dato nicht angekündigt. Und natürlich sind bis 2002 zahlreiche weitere Texte geschrieben worden, die es nur in diesem neuen Buch gibt. So fällt das Warten auf die Winterlesereise in jedem Fall weniger schwer.

Autoren: Max Goldt
Verlag: Rowohlt Verlag
511 Seiten
Hardcover
ISBN: 3-498-02496-5
Preis: 19,90 Euro


Max Goldt, geboren in Göttingen, lebt in Berlin. Zuletzt veröffentlichte er „Wenn man einen weißen Anzug anhat“. Max Goldt ist außerdem Musiker und verfaßt Hörspiele sowie, mit Stephan Katz, Comics.



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