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Serdar Somuncu: Getrennte Rechnungen (Buchkritik)24.02.2004
Von unserer Redakteurin Silke Schröder
Wer erinnert sich nicht an seine erste Party ohne elterliche Aufsicht (Sturmfrei ins Delirium) oder wie stolz man auf die ersten selbst gekauften Platten war (Mit Schubi durch die Pubertät)? Aber wie ist es, sich fragen zu müssen, warum man an Weihnachten nicht zu seinen deutschen Schulfreuden zum Spielen gehen kann (Salamaleikum Herr Weihn-Ach-Mann) oder wieso die Menschen plötzlich zu kollektiven Freudenausbrüchen neigen (Papi schlachtet Karneval)? Serdar Somuncu erzählt Geschichten aus dem Leben – meist aus der Perspektive eines kulturell anders geprägten Erzählers. Lakonische Geschichten, witzige Geschichten und anrührende Geschichten. Geschichten über das Erwachsenwerden mit Blick über unseren deutschen Tellerrand. Kritik: Wie lebten sie, die türkischen Gastarbeiter, hier in Deutschland der 70er Jahre? Und wie sahen sie ihr „Gastland“ bzw. ihre neue Heimat? Diese und viele andere Einblicke vermittelt uns der Autor Serdar Somuncu, auf eine witzig, melancholisch-ironische Art. Vieles, was wir aus unserer Kindheit kennen, wird uns, aus neuer überraschender Perspektive als Spiegel vorgehalten. Sehr amüsant zieht er uns in seinen Bann. Jede seiner kurzen Episoden macht Spaß und lädt zum Vorlesen ein. Der Autorist deutsch-türkische Abstammung und durch seine kritischen Lesungen aus „Mein Kampf“ und der Sportpalastrede Joseph Goebbels bekannt geworden. Serdar Somuncu, türkischer Staatsbürger, geboren 1968 in Istanbul, studierte Schauspiel, Musik und Regie in Maastricht und Wuppertal. Seit 1985 inszenierte Somuncu über 100 Theaterstücke und wirkte bei zahlreichen Produktionen als Schauspieler mit. Er erhielt zahlreiche Preise, u.a. den Europäischen Nachwuchsförderpreis. Autor/in: Serdar Somuncu
Verlag: Lübbe
Umfang: 192 Seiten
Erscheinungsjahr: März 2004
ISBN: 978-378572162-9
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