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Frank Goosen: So viel Zeit (Rezension)21.08.2007
von unserer RedakteurinSilke Schröder Noch einmal in einer Rockband spielen. Das ist der Traum von Rainer, Bulle, Konny und Thomas, alle Mitte 40. Einmal im Monat treffen sie sich zum Doppelkopf, ansonsten haben sie sich in ihrem bürgerlichen Leben eingerichtet: gute Jobs, eigene Häuser, Kinder, Affären, Trennungen. Für Doppelkopf reichen vier, doch fünf, das ist die magische Zahl zum Rocken. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion fahren die vier Ruhrpöttler nach Berlin, um ihren alten Kumpel Ole zum Mitmachen zu überreden. Endlich zu fünft, haben sie nur noch ein Ziel: Den Auftritt beim 25jährigen Abi-Treffen. Wie bekämpfe ich meine Midlife-Crisis? Weg vom alltäglichen Allerei, raus aus dem Trott! - Das muss sich Frank Goosen gedacht haben, als er diesen Roman geschrieben hat. Und es ist ihm gelungen: Unterhaltsam, nostalgisch, humorvoll und melancholisch gibt er eine Gebrauchsanweisung für Männer um die vierzig, die aus ihrer Routine ausbrechen wollen. Und er hat, neben der üblichen Affäre mit einer Jüngeren, noch eine ganz andere Idee: Warum nicht eine Band gründen und die Musik nachspielen, die früher rockte? So schwappt der musikalische Enthusiasmus, den Goosen in seinem Roman verbreitet, direkt aus dem Buch auf seine Leser über. Und um es mit Tony Parsons, der britischen Ikone des Rockjournalismus’ zu sagen: Musik ist nicht dazu da, die Welt zu retten, Musik ist dazu da, dein Leben zu retten. Ein Klasse-Buch – nicht nur für Männer im besten Alter!
Frank Goosen, Jahrgang 1966, tingelt seit anderthalb Jahrzehnten als Kabarettist über die Kleinkunstbühnen der Republik, aktuell mit "A40 – Geschichten von hier". Mit seinen Bestsellern "Liegen lernen" und "Pokorny lacht" hat er sich auch als Romanautor einen Namen gemacht und 2003 für sein bisheriges Werk den Literaturpreis Ruhrgebiet erhalten.
Autor/in: Frank Goosen
Verlag: Eichborn
Erscheinungsjahr: August 2007
ISBN: 978-3821809205
Preis: 19,95 €
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