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Henning Mankell: Kennedys Hirn (Kritik)22.02.2006
von unserer RedakteurinSilke Schröder Als die Archäologin Louise Cantor ihren Sohn tot in seiner Stockholmer Wohnung findet, glaubt sie nicht an Selbstmord. Obwohl alle Indizien dafür sprechen und die Polizei den Fall schnell ad acta legt, beginnt sie eigene Nachforschungen - und landet schließlich über Sidney und Barcelona in Mapute, der Hauptstadt von Mozambique. In der schwülen Hitze Südostafrikas stößt sie auf eine Missionsstation, die AIDS-Kranken Zuflucht und Pflege gewährt. Je länger Louise nach Antworten sucht und je tiefer sie an der Oberfläche des vermeintlichen Hilfsprojektes kratzt, desto mehr kommt sie einer ungeheuerlichen Wahrheit auf eine Spur, die zu verdecken, die Verantwortlichen wortwörtlich über Leichen gehen lässt. John F. Kennedys Hirn kommt nur am Rande der Geschichte vor, und die Frage nach seinem Verbleib bleibt auch hier unbeantwortet. Mankell geht es in seinem neuen, spannenden Roman um die skandalösen Machenschaften einiger Pharmaindustrieller auf dem schwarzen Kontinent. In Zeiten, in denen AIDS in vielen afrikanischen Staaten verheerende Auswirkungen auf die Bevölkerung hat, nutzen diese Firmen die Armut und die Hilflosigkeit der Menschen aus, um sie ohne ihr Wissen als Versuchskaninchen zu missbrauchen. Auch wenn die oft sehr fahrlässige Gesundheitspolitik der Verantwortlichen in den afrikanischen Staaten ihnen leichtes Spiel macht: Die Geschäftsgebaren mancher kaltherziger Pharmaindustrieller ist ein Stück traurige Wirklichkeit. Und was wäre ein echter Mankell ohne eine gehörige Portion stilvoll zelebrierter Melancholie. Empfehlenswert. Sehenswerter Tipp: Der Film "Der ewige Gärtner“ von Fernando Meirelles, der sich auch mit diesem Thema beschäftigt. Autor/in: Henning Mankell
Verlag: Zsolnay
Umfang: 400 Seiten
Erscheinungsjahr: 28. Januar 2006
ISBN: 978-355205347-2
Preis: 24,90 €
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