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Ian Rankin: So soll er sterben (Buchkritik)19.09.2007
Von unserer Redakteurin Nadine JerkeIn der heruntergekommenen Reihenhaussiedlung „Knoxland“ in Edinburgh, wird ein junger Kurde erstochen aufgefunden. Detective Inspector Rebus sieht Fremdenhass als logisches Motiv. Schockiert müssen Rebus und seine Kollegin Siobhan Clarke feststellen, dass scheinbar niemand in der Siedlung an diesem Verbrechen Anteil nimmt, geschweige denn, etwas zu dessen Aufklärung beitragen möche. Ganz im Gegenteil richtet sich die Wut der Bewohner auf die Asylanten und Ausländer, die in Knoxland leben. Rebus und Clarke stoßen auf eisiges Schweigen und so viel Rassismus, dass selbst dem hartgesottenen Detective Angst und Bange wird. Im Laufe der schwierigen Ermittlungen geraten die Beamten immer tiefer in einen Sumpf aus Zynismus, Hass und Uneinsichtigkeit. Das Milieu der Menschenhändler und illegaler Einwanderer scheint undurchdringlich zu sein. Die wenigen Spuren, die sich dennoch finden lassen, führen alle in ein Abschiebegefängnis. Bei den Ermittlungen vor Ort wird Rebus endlich klar, dass Fremdenhass allein nicht das Motiv für den grausamen Mord gewesen sein kann… Ian Rankin befasst sich in seinen Büchern immer wieder mit realen gesellschaftlichen Problemen. So auch in „So soll er sterben“. Die Protagonisten wirken allesamt real, ebenso wie das Gefängnis und die Haftbedingungen sorgsam recherchiert sind. Ohne mit dem Finger auf eine bestimmte Personengruppe zu zeigen, thematisiert der Autor ein Problem unserer Gesellschaft, das es vermutlich immer geben wird. Ein absolut großartiges Buch!
Ian Rankin ist unbestritten einer der ganz großen Krimiautoren der Gegenwart. Die Fälle seines von Gerechtigkeit besessenen und vom Leben desillusionierten Helden John Rebus setzen Maßstäbe für das Genre. Mittlerweile haben sich Rankin und Rebus auch in Deutschland durchgesetzt.
Autor/in: Ian Rankin
Verlag: Goldmann
Umfang: Taschenbuch, 576 Seiten
Erscheinungsjahr: August 2007
ISBN: 978-3-442-46440-1
Preis: 9,95 €
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