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Ian Rankin: So soll er sterben (Kritik)

06.10.2005
von unserer Redakteurin
Silke Schröder

Ein junger Kurde wird erstochen in einer heruntergekommenen Wohngegend von Edinburgh aufgefunden. War es ein rassistisch motiviertes Verbrechen oder ging es dem Täter um etwas anderes? Inspektor John Rebus ermittelt und gerät bald in ein Geflecht aus Bestechlichkeit, Willkür und Fremdenhass. Kann es Zufall sein, dass der eigensinnige Rebus gerade jetzt von seinem Chef in Rente geschickt werden soll? Auch seine treue Kollegin Siobhan Clarke kann ihm diesmal nicht zur Seite stehen, denn sie hat eigene Probleme: Sie muss das Rätsel um eine verschwundene Tochter und zwei unechte Skelette lösen.

In Ian Rankins neuem Krimi geht es um Fremdenhass und die unsichtbare Maschinerie der Abschiebehaft. Mit scharfem Blick kritisiert der Autor eine Gesellschaft, die Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen unterbringt und sich gleichzeitig an ihrem Elend bereichert. Auch wenn es Rankins Abschiebegefängnis so nicht gibt: Seine Figuren sind authentisch und die Lebensbedingungen der Flüchtige sind sorgfältig recherchiert.

Inspektor Rebus steht hier für das schlechte Gewissen von Menschen, die oft nicht mehr so genau hinsehen, wenn es um das Schicksal von unbekannten Fremden geht. Bei alledem moralisiert der Autor aber nicht, sondern erzählt vor allem eine spannende Kriminalgeschichte. Ein rundum gelungener Krimi mit einem kritischen Blick auf die unsichtbare Grenze der „Festung Europa“. Sehr empfehlenswert.
Autor/in: Ian Rankin
Verlag: Goldmann
Erscheinungsjahr: August 2005
ISBN: 978-344254605-3
Preis: 21,90 €
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