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Larissa Boehning: Lichte Stoffe (Rezension)

11.09.2007
von unserer Redakteurin
Silke Schröder

Als Nele Niebuhrs Großmutter Gudrun im Sterben liegt, erzählt sie zum ersten Mal etwas von Harold McGee - Neles Großvater, einem schwarzen US-GI, der nach dem zweiten Weltkrieg in Berlin stationiert war und ein Verhältnis mit ihrer Oma begann. Sie erzählt auch von einem millionenschweren Degas-Bild, das er ihr vermacht habe, obwohl er am Ende damit verschwand. Für Gudrun Niebuhr war es eine schwere Zeit, das uneheliche Kind eines Schwarzen alleine großzuziehen.

Doch durch einige Recherchen findet Nele heraus, dass die Geschichte ihrer Oma nur ein Teil der Wahrheit ist und das Gemälde von zwielichtiger Herkunft war. Neugierig macht sie sich auf den Weg in die USA, um diesen Teil ihrer Familiengeschichte zu erforschen und ihren Großvater sowie das verschwundene Degas-Bild zu finden.

Das Buch von Larissa Boehning ist ein Stück Selbstfindung durch die Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte. Sie beschreibt den manchmal beschwerlichen Weg der Generationen, zueinander zu finden - nicht durch Schweigen, sondern durch das miteinander Reden kommen sich die Mutter und Tochter wieder näher. Eine interessante Story über deutsch-amerikanische Freundschaften in der Nachkriegszeit und über Familie im Besonderen.
Autor/in: Larissa Boehning
Verlag: Eichborn
Umfang: 324 Seiten
Erscheinungsjahr: August 2007
ISBN: 978-3821807379
Preis: 19,95 €
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