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Leena Lehtolainen: Du dachtest, du hättest vergessen (Rezension)

20.09.2007
von unserer Redakteurin
Silke Schröder

25 Jahre ist es jetzt her, dass Rane seinen Vater im elterlichen Haus im abgelegen finnischen Pielavesi ermordete und sich selbst ein Jahr später in einem Gefängnis in Helsinki umbrachte. Der Rest der Familie spricht nie über diese Ereignisse. Erst nach dem Tod der Großmutter fängt die Enkelin Katja an, ihrer Mutter und ihren Tanten und Onkeln Fragen zu stellen. Peu à peu kommt eine Wahrheit ans Tageslicht, bei der es nicht nur einen Schuldigen gibt.

Dass die Finnen Probleme mit Alkohol und monatelangen Winterdepressionen haben, weiß man nicht erst seit Aki Karusmäki, dem Kult-Regisseur der Leningrad Cowboys. Auch Leena Lehtolainen befasst sich in ihrem neuen Familienroman mit diesen Themen. Doch sie versinkt nicht in Klagen, sondern sie tritt die Flucht nach vorne an.

Die bekannte finnische Krimautorin zeigt uns, wie man trotz Schicksalsschlägen, verkorkstem Elternhaus, Ozeanen von Alkohol und fehlendem Selbstvertrauen Wege aus der Krise findet. Und das macht Mut, nicht nur den nächsten Winter (oder deutschen Sommer) zu meistern. Weit weg von ihrer Heldin Maria Kallio, liefert uns Lehtolainen einen fesselnden Familienroman aus dem hohen Norden.
Leena Lehtolainen wurde 1964 in Vesanto (Finnland) geboren, mit 12 Jahren veröffentlichte sie bereits ihr erstes Buch. Den Durchbruch als Krimiautorin schaffte sie 1993 mit "Alle singen im Chor", worin Kommissarin Maria Kallio das Licht der Welt erblickte. Sie arbeitet auch als Literaturwissenschaftlerin und Kritikerin und lebt heute in Degerby, westlich von Helsinki.
Autor/in: Leena Lehtolainen
Verlag: Kindler
Erscheinungsjahr: September 2007
ISBN: 978-3463404745
Preis: 19,90 €


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