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Leena Lehtolainen: Wer sich nicht fügen will (Kritik)

© Kindler Verlag
16.01.2007
von unserer Redakteurin
Silke Schröder

Maria Kallio leitet das Gewaltdezernat der zweitgrößten finnischen Stadt Espoo. In ihrem neuen Fall ermittelt sie im Mord an der bekannten Edel-Prostituierten Lulu, die kurz vor einer Fernsehdiskussion vergiftet in ihrer Umkleidekabine aufgefunden wird. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen, denn Lulu setzte sich stark für die Legalisierung der Prostitution in Finnland ein und kämpfte gegen den Frauenhandel aus den ehemaligen Ostblock-Staaten. Damit eckte sie an – in Politik und Verwaltung ebenso wie bei der russischen Zuhälter-Mafia.

Noch bevor etwas Licht ins Dunkel dieses Falles dringen kann, wird im Espooer Krankenhaus eine brutal zugerichtete, junge Frau ins Krankenhaus eingeliefert. Als Maria Kallio herausbekommt, dass sie aus der Ukraine stammt und als Prostituierte arbeitet, flüchtet sie. Bei ihren Ermittlungen gerät Kallio immer tiefer in eine Verstrickung aus Politik und Rotlichtmilieu, bis sie selbst in höchste Gefahr gerät.

In jedem ihrer Krimis geht es Leena Lehtolainen nicht nur um die Aufklärung eines spektakulären Falles, sondern auch um ein gesellschaftlich brisantes Thema. Im aktuellen Buch sind es Menschenhandel und die in Finnland völlig verbotene, aber dennoch vorhandene Prostitution. Insbesondere die Zwangsprostitution illegal eingeschleuster junger Frauen aus den ehemaligen Ostblockländern wie Russland und Estland beschäftigt sie. Lehtolainen veranschaulicht nicht nur die Brutalität des Zuhälter-Milieus, sondern sie hinterfragt auch die harte finnische Politik gegenüber den betroffenen Frauen.

Dabei vergisst sie aber nicht, das Privatleben ihrer Heldin Maria Kallio gebührend in Scene zu setzen – die alltäglichen Freuden und Sorgen mit Mann und Kindern ebenso, wie der Stress im Kriminalisten-Beruf. Ein weiterer erstklassiger Krimi aus Skandinavien.
Leena Lehtolainen wurde 1964 in Vesanto (Finnland) geboren, mit 12 Jahren veröffentlichte sie bereits ihr erstes Buch. Den Durchbruch als Krimiautorin schaffte sie 1993 mit "Alle singen im Chor", worin Kommissarin Maria Kallio das Licht der Welt erblickte. Sie erhielt 1997 den finnischen Krimipreis Vuoden johtolonka. Sie arbeitet auch als Literaturwissenschaftlerin und Kritikerin und lebt heute in Degerby, westlich von Helsinki.
Autor/in: Leena Lehtolainen
Verlag: Kindler
Umfang: 384 Seiten
Erscheinungsjahr: Januar 2007
ISBN: 978-3463405056
Preis: 19,90 €


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