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Marina Lewycka: Caravan (Rezension)10.11.2007
von unserer RedakteurinSilke Schröder Die 19jährige Ukrainerin Irina Blashko kommt für eine Saison als Erdbeerpflückerin nach England. Durch die Vermittlung einer zweifelhaften Arbeitsagentur landet sie auf einer Erdbeerplantage in Kent, wo eine internationale Truppe aus acht Frauen und Männern auf dem Erdbeerfeld arbeiten und in zwei Wohnwagen leben. Nach einem Eifersuchtsdrama zwischen dem Bauernehepaar müssen die acht jedoch Hals über Kopf den Hof verlassen und mit dem Landrover des Bauern und einem der Wohnwagen fliehen. Nachdem ein Teil der Gruppe neue Jobs gefunden hat, machen sich der ukrainische Bergarbeiter Andrij Palenko, der unsterblich in Irina verliebt ist, der kleine Emanuel aus Malawi, der seine Schwester in England sucht, ein zugelaufener Hund und Irina selbst auf den Weg in Andrijs Traumstadt Sheffield, der Partnergemeinde seines ukrainischen Bergarbeiterortes. So beginnt für die drei eine Reise durch England, deren Ziel doch nur der Weg sein kann. Marina Lewycka ist mit ihrem zweiten Roman ein perfektes literarisches Roadmovie gelungen. Mit dem ihr eigenen, britisch-ukrainischen Humor zeichnet sie ein ebenso tragisches wie komisches Bild der Arbeitsmigranten in England. Dabei spielt sie mit den Vorurteilen vom brutalen osteuropäischen Menschenhandel genauso, wie mit den Klischees von blasierten englischen Wohlstandsfamilien. Nebenbei lässt sie sich so detailliert über die Arbeitsmethoden englischer Mastbetriebe aus, dass einem die Chickenwings im Halse stecken bleiben. Als besonderes Bonbon für alle Fans gibt es ein Wiedersehen mit dem Alten aus der Geschichte vom ukrainischen Traktor, ihrem ersten Roman. Eine originelle Geschichte, die von Marina Lewycka brillant erzählt wird. Ein Grund, einfach in den Caravan einzusteigen und los zu fahren. Autor/in: Marina Lewycka
Verlag: Dtv
Umfang: 380 Seiten
Erscheinungsjahr: Oktober 2007
ISBN: 978-3423246217
Preis: 14,00 €
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