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Martha Grimes: Auferstanden von den Toten (Buchkritik)08.09.2005
Von unserer Redakteurin Nadine Jerke„Auferstanden von den Toten“ ist der neue Krimi aus Martha Grimes‘ bekannter Inspektor-Jury Serie und spielt in Cambridgeshire auf dem Gestüt der Familie Ryder, die sich mit der Zucht sehr erfolgreicher Rennpferde einen Namen gemacht hat. Der eigentliche Hauptstrang des Buches dreht sich um Nell, die vor fast zwei Jahren über Nacht vom Gestüt verschwunden ist. Mit ihr verschwand auch Aqueduct, das wohl wertvollste Pferd der Ryders. Nachdem keine Lösegeldforderung für das Mädchen oder das Pferd gestellt wurde, gab man irgendwann die Hoffnung auf, Nell lebendig wieder zu sehen. Das ist aber nicht der einzige Schicksalsschlag, mit dem die Ryders fertig werden müssen. Vor einigen Jahren verunglückte Dan Ryder, der als erfolgreicher Jockey tätig war, bei einem Pferderennen tödlich. Er hinterlässt seinen Sohn Maurice, der nun auf dem Gestüt bei seinem Großvater lebt. Seit Dan’s Tod wird das Gestüt immer mehr von Geldsorgen geplagt und musste beginnen, Pferde zu verkaufen. Die Dramatik der Familiengeschichte erfährt Inspektor Jury im Krankenhaus, wo er mit einer Schussverletzung ans Bett gefesselt ist. Behandelnder Arzt ist Roger Ryder, der Vater von Nell. Dieser erzählt Jury von den schicksalhaften Ereignissen der letzten Jahre und schon steckt der Inspektor in einem neuen Fall. Da er selbst keine Ermittlungen aufnehmen kann, schickt er seinen Freund Melrose Plant los, um weitere Informationen zu sammeln. Als Melrose auf dem Gestüt ankommt, um sich dort mit Arthur Ryder zu treffen, hat dieser gerade eine Frauenleiche auf seiner Rennbahn gefunden und wird von der Polizei befragt. Ab jetzt erfahren Inspektor Jury und Melrose immer mehr pikante Details aus der Ryderschen Familiengeschichte – und können es kaum fassen, in ein solches Wespennest gestochen zu haben. „Auferstanden von den Toten“ erzählt eine Geschichte, die schon viele Male auf ähnliche Weise beschrieben wurde. Martha Grimes Sprachstil ist Geschmackssache. Zu viele Personen, Namen und Begebenheiten stürzen gleich zu Anfang auf den Leser ein. Dabei tritt die Handlung zu stark in den Hintergrund. Einzelne Erzählstränge sind sehr abstrakt, verlieren sich dann einfach mitten im Buch und werden zum Ende hin, nicht sehr plausibel, wieder aufgegriffen. Wirkliche Spannung kommt dabei leider nicht auf, Martha Grimes hat schon bessere Bücher abgeliefert. Ein Buch für Grimes-Anhänger oder Pferdefreunde. Martha Grimes zählt zu den erfolgreichsten Kriminalautorinnen unserer Zeit. Sie wurde in Pittsburgh geboren und studierte an der University of Maryland. Lange Zeit unterrichtete sie kreatives Schreiben an der Johns-Hopkins University. Mit ihren Inspektor-Jury-Romanen hat sie internationalen Ruhm erlangt. Martha Grimes lebt heute abwechselnd in Washington D.C., und in Santa Fe, New Mexico. Autor/in: Martha Grimes
Verlag: Goldmann
Umfang: gebunden, 475 Seiten
Erscheinungsjahr: August 2005
ISBN: 978-344231006-7
Preis: 19,90 €
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