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Minette Walters: Der Schrei des Hahns (Rezension)

02.05.2008
von unserer Redakteurin
Silke Schröder

England, Anfang der zwanziger Jahre. Die Arbeitslosigkeit ist hoch und auch der zwanzigjährige Norman Thornton ist joblos. Aus diesem Grund versucht er in der Nähe von London eine Hühnerfarm aufzuziehen.

So naiv wie er an das Hühnergeschäft herangeht, so naiv verhält er sich auch seiner Freundin Elsie Cameron gegenüber. Elsie ist vier Jahre älter als er und hat Angst als alte Jungfer zu enden. Sie versucht ein Heiratsversprechen aus ihm herauszupressen, er traut sich nicht mit ihr Schluss zu machen. Eines Tages ist Elsie verschwunden.

Minette Walters rekonstruiert einen wahren Kriminalfall aus den zwanziger Jahren. Dabei hält sie sich streng an die Fakten und schmückt nur die Story und die Charaktere drum herum weiter aus. Die Beschreibung der psychisch kranken Elsie ist ihr auf diese Weise genauso feinfühlig gelungen, wie die Darstellung des naiven und leicht feigen Thornton.

In gewohnt lockerer Folge bildet Walters den Fall durch Zeitungsartikel, Ankündigungen und Briefe ab. Trotz der Kürze entsteht so ein spannender und psychologisch-sensibler Krimi, gerade auch wegen seines wahren Hintergrunds.
Autor/in: Minette Walters
Verlag: Goldmann
Umfang: 128 Seiten
Erscheinungsjahr: April 2008
ISBN: 978-3442466535
Preis: 6,95 €


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