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Andreas Franz: Mord auf Raten (Buchkritik)

© (Knaur Taschenbuch)
01.05.2005
Von unserer Redakteurin Nadine Riechers

Dr. Jürgen Kaufung, ein allseits beliebter Arzt und Frauenheld, wird erstochen in seiner Praxis aufgefunden. Es gibt keinerlei Spuren, die auf den Täter hinweisen und Hauptkommissar Peter Brandt steht vor einem Rätsel. Hat sich hier ein Eifersuchtsdrama abgespielt? Möglich wäre das, immerhin schreckte Kaufung bei seinen Affären auch nicht vor verheirateten Frauen zurück. Doch so richtig glauben kann Brandt das nicht. Sein Bauch sagt ihm, dass Kaufungs bester Freund, der Galeriebesitzer Klaus Wedel, etwas mit dem Mord zu tun hat. Doch es gibt keinerlei Hinweise auf ihn und auch kein Motiv.

Kurze Zeit später wird dann Klaus Wedel in seiner Galerie erschossen und wieder gibt es keinerlei Hinweise, die den Kommissar zu dem Täter führen könnten. Brandt forscht im Umfeld des Toten und stellt fest, dass dieser ebenfalls nicht gerade enthaltsam gelebt hat. Als dann ein mittelloser Alkoholiker, den Wedel einst übers Ohr gehauen hat, auf der Bildfläche erscheint, ist der Fall klar. Zumindest für Staatsanwältin Elvira Klein, die sich in diesem Band erneut mit Brandt anlegt. Dieser glaubt, dass der Mörder in anderen Kreisen zu suchen ist. Hatten vielleicht doch die zahlreichen Affären etwas mit den Morden zu tun? Es kommt, wie es kommen muss und am Ende folgt ein trauriges Finale.

Andreas Franz hat hier einen raffinierten und komplexen Krimi zu Papier gebracht. Zwischendurch wirken die Geschehnisse aber leider etwas lang gezogen. Dies hat zwar einerseits den Vorteil, dass man länger was zu lesen hat, ist aber andererseits auf Dauer ermüdend. Im Gegensatz zu vielen anderen Autoren gelingt Franz jedoch die richtige Mischung zwischen dem Privatleben des Kommissars und dem Fall, in dem dieser ermittelt.

In seinem Krimi hat sich Franz für einen ausgefallenen Aufbau entschieden: Bereits zu Anfang erfährt der Leser, wer den Arzt Jürgen Kaufung ermordet hat. Anschließend lässt der Autor seinen Leser aber im Dunkeln tappen und überrascht am Schluss mit einem unerwarteten Ende. Auf jeden Fall ein guter, lesenswerter und origineller Krimi!

Über den Autor:
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg geboren. Er hat als Übersetzer für Englisch und Französisch gearbeitet und war jahrelang als Schlagzeuger tätig. Seine große Leidenschaft war aber von jeher das Schreiben. Und das zu Recht, wie u.a. sein Erfolgsroman "Jung, blond, tot" bezeugt. Seine Maxime:" Die Leser fesseln und trotzdem (vielleicht) zum Nachdenken anregen (aber nie den Zeigefinger erheben!)." Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder. Seine Kriminalromane um Julia Durant und seine neue Reihe um die Staatsanwältin Elvira Klein sind große Erfolge.


Autor/in: Andreas Franz
Verlag: Knaur Taschenbuch
Umfang: Broschur, 416 Seiten
Erscheinungsjahr: 2005
ISBN: 978-3-426-62600-9
Preis: 8,90 €
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