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Gerhard J. Rekel: Der Duft des Kaffees (Buchkritik)10.11.2005
Von unserer Redakteurin Nadine JerkeDer Protagonist dieses Buches, Hans Brioni, ist mehr als ein Kaffeeliebhaber. Er ist ein Kaffee-Fetischist. Brioni hat ein eigenes Kaffeespezialitäten-Geschäft in Berlin, verkauft eine eigens kreierte Kaffeemischung und beschäftigt sich seit langem mit dem geschichtlichen Hintergrund des Kaffees. Natürlich würde er sich nie dazu herablassen, in einer der zahlreichen Kaffebars gesehen zu werden. Die Großhändler des schwarzen Goldes sind ihm schon lange ein Dorn im Auge. Dort, wo man nur die „bitteren Robusta-Bohnen“ vorgesetzt bekommt, verzichtet Brioni auf sein liebstes Getränk. Als eines Tages sein Sohn Jakob, gemeinsam mit 300 weiteren Menschen, Opfer einer vergifteten Kaffeemischung wird und im Krankenhaus landet, deuten einige Hinweise auf Brioni als Täter hin. Alle Opfer hatten Kaffee des Herstellers „Drachus-Kaffee“ konsumiert. Diese behaupten, dass es keine Anzeichen für eine Erpressung gibt. Es dauert nicht lange, bis das Fernsehen an Hans Brioni herantritt. Eine junge Journalistin namens Agathe, die sich gegenüber einer Konkurrentin behaupten muss, klebt ihm plötzlich an den Fersen. Gemeinsam mit Agathe, findet Brioni schnell Indizien für eine groß angelegte Verschwörung. Auf der Flucht vor der Polizei fahren die beiden quer durchs Land und sogar bis nach Wien, um mehr über das Geschehen herauszufinden. Dabei stoßen sie auf den „Verein zur Verlangsamung der Zeit“ und weitere Merkwürdigkeiten. Werden sie Brionis Unschuld beweisen können? Gerhard J. Rekel führt den Leser mit diesem Buch an die historischen und vor allem sinnlichen Aspekte von Kaffee heran. Plötzlich meint der Leser, die feinen Unterschiede verschiedener Kaffeesorten besser wahrzunehmen. Sind es „nur“ bittere Robusta-Bohnen, oder ist es vielleicht doch aromatischer Hochlandkaffee mit annähernd sechshundert Geschmacksstoffen? "Der Duft des Kaffees – Die Geschichte einer Verschwörung“ ist ein in sich schlüssiges und erfrischend geschriebenes Buch. Rekel versteht es, seine Geschichte mit Spannung und Leidenschaft zu erzählen. Ein Buch für Freunde von Patrick Süßkind, dessen Schreibweise durchaus vergleichbar ist. Absolut lesenswert. Kaffeeliebhaber werden nach diesem Buch neu genießen lernen. Gerhard J. Rekel, 1965 in Graz geboren und aufgewachsen. Studium an der Filmakademie Wien (bei Axel Corti), Diplom und Magister Artium. Danach ausgedehnte Reisen durch China, Indien und Südamerika, Absolvent der Drehbuchwerkstatt München, lebt seit 1997 in Berlin. Diverse Tatort-Drehbücher und mehrere aufgeführte Theaterstücke, zuletzt wurde „Machiavellis Masseuse“ von einer Jury des Thalia-Theaters Hamburg zu einem der besten Nachwuchsstücke gekürt. Autor/in: Gerhard J. Rekel
Verlag: dtv
Umfang: Taschenbuch, 256 Seiten
Erscheinungsjahr: November 2005
ISBN: 978-3-423-24505-0
Preis: 14 €
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