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Ian Rankin: Im Namen der Toten (Rezension)09.11.2007
von unserer RedakteurinSilke Schröder Im Sommer 2005 treffen sich die Mächtigen dieser Welt zum G8-Gipfel bei Edinburgh. Die gesamte britische Polizei ist in Bereitschaft. Nur Inspector John Remus und seine Kollegin Siobhan Clarke sollen in diesem Chaos eine Mordserie aufklären. Ein Serienvergewaltiger und ein brutaler Geldeintreiber wurden kurz hinter einander ermordet – ein Fall von Selbstjustiz? Zugleich beschäftigt sie der angebliche Unfalltod des jungen Politikers Ben Websters. War es wirklich ein Unglück oder etwa das Ergebnis einer skrupellosen politischen Intrige? Neben all dem hat Siobhan noch ganz andere Sorgen: ihre Eltern sind als Demonstranten gegen den G8-Gipfel nach Edinburgh gekommen und wohnen auf dem dafür extra eingerichteten Campingplatz. Die Zeltnachbarin Santal, eine als Hippie getarnte Fotografin, ist ihren Eltern wesentlich sympathischer als ihre eigene Tochter, die Polizistin. So kämpft Siobhan mit ihrer Eifersucht, bis sie ihre Eltern während einer Demonstration aus einer brenzlichen Lage retten kann und hinter die Wahrheit der politisch ach so korrekten Santal kommt. Bei ihren gemeinsamen Recherchen geraten Rebus und Siobhan aber nicht nur an arrogante Industrielle und größenwahnsinnige Sondereinsatzkräfte, sie landen auch noch mitten in einen Revierkampf zwischen einem zwielichtigen Stadtrat und dem lokalen Unterweltboss. Ian Rankin lässt seinen neuen Krimi mit dem Anti-Helden John Rebus im Umfeld des G8-Gipfels in Schottland 2005 spielen. Geschickt verknüpft er dabei seine Story mit dem zeitgeschichtlich-aktuellen Hintergrund und lässt nicht nur Demonstranten aufmarschieren, sondern baut auch gleich noch die Bombenanschläge auf die Londoner U-Bahn mit ein. Realität und Fiktion kreuzen sich hier so elegant, dass die eigentliche Krimi-Handlung gänzlich im Fiktiven bleiben kann. Einziges Manko sind die Dialoge, die Rebus schon seit diversen Vorgänger-Bänden mit dem Unterweltboss Cafferty führt und die hier ein wenig zu langatmig geraten sind. Neu hingegen ist der Versuch Caffertys, Siobhan zu manipulieren – eine bewährte Variante im immer währenden Kampf von Gut gegen Böse. Insgesamt ist Ian Rankins 16. Krimi wieder ein spannender Kriminalroman mit jeder Menge überraschender Wendungen, der uns auf ein Neues in die schottische Mentalität und die Welt des John Rebus entführt.
Ian Rankin, geboren 1960, gilt als Großbritanniens führender Krimiautor, und seine Romane sind aus den internationalen Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken. Rankin wurde unter anderem mit dem "Deutschen Krimipreis" für "Die Kinder des Todes" ausgezeichnet. Von der englischen Königin wurde ihm für seine Verdienste um die Literatur der "Order of the British Empire" verliehen. Der Autor lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Edinburgh.
Autor/in: Ian Rankin
Verlag: Manhattan HC
Umfang: 592 Seiten
Erscheinungsjahr: Oktober 2007
ISBN: 978-3442546060
Preis: 19,95 €
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