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Electronic Arts: Die Simpsons – Das Spiel (Review)

für die PlayStation 2


27.11.2007
Von unserer Redakteurin Roksana Leonetti

Vor genau 20 Jahren wurden „Die Simpsons“ erstmals als Kurzfilm in der Tracy Ullman Show in Amerika gesendet. Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie, die Protagonisten der Zeichentrickserie, sind seitdem Dauergäste im TV. Die beliebte Familie aus Springfield machte 2007 den Sprung aus den heimischen Wohnzimmern in die Kinosäle. Rund 3 Millionen Besucher kamen in den ersten 30 Tagen ins Kino und sahen „Die Simpsons – Der Film“. Da war es nur eine Frage der Zeit bis „Die Simpsons – Das Spiel“ über den Ladentisch geht.

Zwar wurde schon mehrmals versucht, ein Spiel der Comic-Familie erfolgreich auf den Markt zu bringen, scheiterte aber jedes Mal. Electronic Arts präsentiert jetzt ein Spiel, das wie die TV-Serie und der Kinofilm, eine bösartige, hochzynische Abrechnung mit dem American Way of Life und den Idealen des American Dream ist. Bei der Umsetzung des Spiels holte sich Electronic Arts die Autoren der TV-Serie Al Jean und Michael Reiss mit ins Boot. Das Spiel ist ein perfektes Abbild der Simpsons und zeigt alle Facetten der TV-Serie auf – Satire und spitze Randbemerkungen inbegriffen.

Die Story:

Das Spiel bietet eine urkomische, ausufernde und mitreißende Geschichte, die in vier Akte und 16 Episoden unterteilt ist. Die TV-Serie bietet viel Zündstoff für die Handlungen im Spiel. Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie verfügen über aufregende, völlig neue Kräfte, um die Welt vor dem wachsenden Chaos zu retten. Um den Simpsons zu helfen, muss man durch Springfield (und die ganze weite Welt) reisen, Bösewichte ausschalten und sich einen Weg durch zahlreiche Parodien auf Videospiele erkämpfen.

Das Spiel:

In erster Linie werden im Spiel die Videospiele auf die Schippe genommen – liegt ja auch nahe. Da wäre beispielsweise Bartman Begins, Shadow of the Colossal Donut oder Medal of Homer. Jeder bekommt sein Fett weg, vor den Simpsons ist keiner sicher, noch nicht mal die Pokémons, Sonic oder Mario. Von Beginn an befindet man sich mitten in der fiktiven Videospielewelt und Springfield, man trifft bekannte Gesichter und hat jede Menge zu Lachen, dafür haben die beiden preisgekrönten Autoren zur Genüge gesorgt.

„Die Simpsons – Das Spiel“ präsentiert sich als Action-Adventure- und Jump’n’Run-Spiel und bedient sich der klassischen Elemente der Next-Generation-Konsolen: Kämpfen, Springen, Sammeln und Rätsel lösen. Über 100 Simpsons-Charakter aus der TV-Serie, sowie mehr als 50 weitere durch die Geschichte inspirierte Charaktere warten auf den Spieler. So begegnet man im Spiel Meister Propper oder den wieder zum Leben erweckten Elvis.

Die Steuerung:

Typisch für Jump’n’Run-Spiele präsentiert sich die Steuerung solide. Die Knöpfe sind logisch belegt und die Steuerung der Charaktere geht leicht von der Hand. Lediglich in kniffligen Situationen versagt sie. Da kommt es um Millimeter an, wie man wo steht, damit eine Aktion auch richtig ausgeführt wird – schade. Bei einem Spiel, was für Kinder ab zwölf Jahren freigegeben ist, muss diese durchgehend einfach sein, beziehungsweise sollte das Niveau bei Knotenpunkten angehoben werden, ansonsten ist man schnell demotiviert und legt den Controller zur Seite. Der Schwierigkeitsgrad ist niedrig gehalten und bietet jedem die Chance, das Spiel zu besiegen. Auch die Kameraführung ist okay, jedoch nervt der Kameramann oftmals.

Zusätzlich zu den grundlegenden Fähigkeiten der Simpsons-Familie, Gegner zu bekämpfen, mit der Umgebung zu interagieren und Rätsel zu lösen, hat jedes Familienmitglied eine speziell auf seine Persönlichkeit zugeschnittene Spezialfähigkeit. So kann Bart mit Hilfe seines Bartman-Capes fliegen und Lisa ihr Saxofon zum Gegner manipulierend einsetzen.

Die Grafik:

Durch die Cel-Shading-Grafik ist es Electronic Arts gelungen, die Simpsons originalgetreu abzubilden, die 2D-Technologie zeigt ein optisch authentisches Simpsons-Spiel. Vor allem die Protagonisten Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie sind sehr liebevoll und detailgetreu umgesetzt worden. Weitere gelbe Springfield-Bewohner wie Ned Flenders, Mr. Burns oder Lenny Leonards sind ebenso im Spiel vertreten wie Apu, Seymour Skinner und Knecht Ruprecht. Auch die Umgebungsgrafik kann sich sehen lassen. Das offene Springfield wurde als Knotenpunkt gestaltet, um einfach in Episoden springen zu können, kultige Plätze oder Charaktere zu besuchen und hunderte von Sammelobjekten zu finden. Zu den vielen super gestalteten Charakteren und der tollen Umgebungsgrafik kommen noch umfassende Videosequenzen hinzu, die das Spiel abrunden. Leider gibt’s im Spiel typische grafische Mängel wie Kantenflimmern und flackernde Texturen.

Der Sound:

Die Synchronsprecher der TV-Serie leihen den Simpsons im Spiel ihre Stimme. Damit wirkt das Spiel authentisch und die Gags kommen noch besser rüber. Mit zahlreichen Parodien auf die Videospielindustrie, Pop-Kultur und aktuelles Zeitgeschehen, steht das Spiel dem Witz der Fernsehserie in nichts nach. Zudem erwarten den Spieler über 8000 Zeilen Dialog.

Special-Features:

Da immer zwei Familienmitglieder der Simpsons in den Episoden mitspielen, kann neben dem Einzelspieler-Modus auch kooperativ gespielt werden. Man kann also alleine spielen und zwischen den Charakteren wechseln, um Rätsel zu lösen, oder gemeinsam mit einem Freund spielen.

Fazit:

20 Jahre hat es gedauert bis „Die Simpsons“ endlich voller Stolz auf den Next-Generation-Konsolen ihr Unwesen treiben können. Ein gelungenes Spiel, was nicht nur Simpsons-Fans begeistern wird.
Story
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
Gesamtwertung
Genre: Jump'n'Run
Sprache: Deutsch
USK: Freigegeben ab 12 Jahren gem. 14 JuSchG
Systeme: PlayStation 2
Anbieter: Electronic Arts
Erscheinungsdatum: 30. Oktober 2007
Preis: ca. 44,95 Euro
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