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Der goldene Kompass (Film-Kritik)13.12.2007
Von unserer Redakteurin Kristina RutzLyra Belaqua (Dakota Blue Richards), eine ungestüme und selbsbewusste Waise, lebt in einer magischen Welt in der die Seelen der Menschen (Dämonen) in Tiergestalt außerhalb der Körper existieren. Ihre Geschichte spielt in einer Zeit, die mit der Industrialisierung Englands vergleichbar ist. Untrennbar miteinander verbunden verbringt die Zwölfjährige ihre Kindheit mit ihrem Freund und Begleiter Pantalaimon (Stimme Freddie Highmore) bei ihrem Onkel Lord Asriel (Daniel Craig) in Oxford. Er ist Gelehrter am Jordan College und vertritt revolutionäre Theorien über andere Welten und „Staub“. Ein rätselhaftes Phänomen, welches von dem alles regierenden Magisterium dieser Welt totgeschwiegen wird. Es hält die Bevölkerung klein und kümmert sich nicht um das mysteriöse Verschwinden von immer mehr Kindern aus dem ganzen Land. Gerüchte gehen um, dass Gobbler sie entführen und mit ihnen Exprimente im Norden machen. Kurz nach Lord Asriels Rückkehr aus dem Norden belauscht Lyra unbeabsichtigt eine entscheidende Sitzung der Gelehrten bei der ihr Onkel vor dem Gesandten des Magisteriums seine neusten Forschungsergebnisse preisgibt. Ungeachtet Lyras Bitten sie zu seiner neuen Forschungsreise in den Norden mitzunehmen bricht er kurzerhand auf. Als die mysteriöse Mrs. Coulter (Nicole Kidman) in ihr Leben tritt ergreift Lyra ihre Chance und nimmt das unverhoffte Angebot der freundlichen Dame an, sie als Assistentin auf ihrer Reise über London in den Norden zu begeleiten. Doch die erst sympathische Wissenschaftlerin zeigt in London ihr zwielichtiges Wesen. Besitzergreifend und rücksichtslos versucht sie, das Mädchen zu kontrollieren. Doch Lyra rebelliert und ein Streit entbrennt. Trotzig beginnt si,e ihr Schicksal selbst zu bestimmen und stößt zufällig auf eine streng vertrauliche Liste, die ein tödliches Geheimnis um das Magisterium birgt und ihr eigenes Leben in Gefahr bringt. Fazit: Mitreißend, spannend, und fantasievoll präsentiert sich „Der goldene Kompass“ dem Publikum. Ein neues Projekt der Studios New Line Cinema, die auch schon für den Zyklus „Der Herr der Ringe“ verantwortlich waren. Basierend auf Philip Pullmans Fantasy-Trilogie „His Dark Materials“ hat Drehbuchautor und Regisseur Chris Weitz eine wundervoll abgestimmte Welt um ein selbstbewusstes Mädchen, magische Wesen und machthungrige Ministerien geschaffen. Eine wundervolle Fantasy-Geschichte, an der nicht nur Kinder Gefallen finden. Doch sollten die Jüngsten nicht den ganzen Kampf der Eisbärkönige verfolgen, der ein blutiges Ende nimmt. Zuschauer, die die Buchvorlage nicht kennen, finden aufgrund der guten Einführung der Protagonisten und ihrer Welt schnell in die Thematik. Gespielt werden die vielschichtigen Charaktere von Persönlichkeiten wie Nicole Kidman als geheime Agentin des Ministeriums oder Eva Green als Hexe Serafina Pekkala. Jungdarstellerin Dakota Blue Richards überzeugt durch ihr konstant überzeugendes Spiel als Waise Lyra Belaqua. Gekonnt verdeutlicht sie den starken Gerechtigkeitssinn ihres Charakters und dessen Drang nach einem selbstbestimmten Leben. Die Animationen der Dämonen wirken sehr lebensecht und die Panoramaansichten sowie die Schauplätze des Films gliedern sich authentisch in das Gesamtbild ein. Alles wurde detailgetreu aufeinander abgestimmt. Besonders interessant sind die Dämonen, die unverkennbar den Charakter ihres Menschen in Tiergestalt wiedergeben. Ihr „Leben“ haucht ihnen ein prominentes Voice-Cast ein. So wird Schneeleopadin Stelmaria (Dämon von Lord Asriel) im Original von Kristin Scott Thomas und der Eisbär Iorek Byrnison von Sir Ian MCKellen vertont. Wie auch das Buch vermittelt der Film den Ruf nach einer selbstbestimmten und freien Gesellschaft, die sich nicht ohne Mitsprache von einer oberen Instanz regieren lässt. Allerdings wurden die religionskritischen Aspekte von Pullmans Romanen ausgelassen, was jedoch keine Auswirkungen auf die Geschichte hat. Buchkennern wird auffallen, dass das letzte Kapitel des ersten Bandes weggelassen wurde. Eine Entscheidung, die dem ganzen Publikum ein in sich geschlossenes Ende mit zugleich offenem Ausgang des weiteren Geschehens bietet. Sollte „Der goldene Kompass“ ein Erfolg werden, können sich Fans des Genres auf den kommenden zweiten Teil der Trilogie freuen, in den dann das letzte Kapitel integriert wird. Prädikat: besonders wertvoll
Genre: Fantasy/ Action
Erscheinungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2007
Startdatum: 6.12.2007
Regie: Chris Weitz
Darsteller: Nicole Kidman, Dakota Blue Richards, Eva Green, Daniel Craig
Dauer: 113 Minuten
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren
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