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Der Sternwanderer (Filmkritik)

29.10.2007
Von unserer Redakteurin Kristina Rutz

Nach einer philosophischen Einführung findet sich der Zuschauer des Filmes "Der Sternwanderer" in dem viktorianischen Dorf Wall im England des 19. Jahrhunderts wieder. Der junge Wissenschafter Dunston Thorne (Ben Barnes spielt den jungen, Nathaniel Parker den alten Thorne) ist begierig, hinter das Geheimnis der scheinbar endlos langen Mauer zu kommen, die sein Dorf von der anderen, geheimnisvollen Seite trennt. Mit einem Trick schafft er es, den Wächter der Mauer zu überlisten und in die Welt auf der anderen Seite vorzudringen. Überwältigt von den rätselhaften Eindrücken im Königreich Stormhold lernt er eine bezaubernde junge Frau kennen. Neun Monate später übergibt ihm der Wächter ein Baby – seinen Sohn Tristan Thorne (Charlie Cox). Gut zwanzig Jahre später versucht der junge Verkäufer Tristan das Herz seiner angebeteten Victoria (Sienna Miller) zu erobern. Doch Konkurrent Humphrey (Henry Cavill) - egozentrisch, eitel und aus gutem Hause -hat vorerst bessere Karten. Schließlich schafft es Tristan bei einem Mondscheinbrunch, seiner Liebe das Eheversprechen zu entlocken. Allerdings nur unter der Bedingung, dass er ihr die gefallene Sternschnuppe in einer Woche zu Füßen legt.

Ein Unterfangen, welches sich weitaus schwieriger gestaltet, als Tristan angenommen hat. Im Einschlagkrater angekommen, trifft er auf die anmutige, aber eigensinnige Yvaine (Claire Danes), die sich als Sternschnuppe entpuppt und sich durchzusetzen weiß. Schlecht gelaunt über ihren plötzlichen Absturz aus dem Himmel und Tristans stürmischen Überfall, der in einer Art Entführung endet, ist ein witzig-hitziger Schlagabtausch der beiden unausweichlich. Bevor Tristan den gefallenen Stern jedoch zu seiner liebsten Viktoria bringen kann, muss er Yvaine vor der Hexe Lamia (Michelle Pfeiffer; Hairspray) und den Thronanwärter Septimus beschützen, die es auf ihr leuchtendes Herz abgesehen haben. Durch die Kraft des Herzens würden Lamia und ihre beiden Schwestern ihre Jugend und Zauberkraft wieder erlangen und Prinz Septimus das ewige Leben. Nach einer ereignisreichen Flucht vor der verschlagenen Lamia finden Yvaine und Tristan auf Captain Shakespeares (Robert De Niro) Luftschiff Zuflucht. Nach einem friedlichen Flug mit den Blitzjägern überschlagen sich kurz vor dem Übergang nach Wall die Ereignisse. Während Tristan mit einem Stück von Yvaines Haar nach Wall heimkehrt um seine Abmachung bei Viktoria zu erfüllen, verschleppt Lamia den gefallenen Stern in ihr Schloss…

Fazit:
Die Grundzüge der Handlung von Neil Gaimans Novelle aus dem Jahre 1988 sind erhalten geblieben. Sterne fallen in Form von hübschen jungen Frauen vom Himmel, es gibt eine verzauberte Welt und nicht zuletzt einen tapferen Helden. Der Film lebt von der ersten bis zur letzten Sekunde durch seine turbulenten Szenen und viel Action. Man wird von einem Ereignis in das nächste geworfen, wobei es nie langweilig wird. Am Ende erwartet den Zuschauer jedoch ein abrupt schnelles Ende, welches nach all der Aufregung ruhig etwas pompöser hätte ausklingen können. Die Spezial-Effekte lassen dabei keine Wünsche offen. Auch wenn sie in ein paar Szenen zu erkennen sind. Schade ist, dass die eigentliche Geschichte in den Hintergrund rückt und der Schwerpunkt auf der einfachen, unkomplizierten Unterhaltung liegt, was nach der Lektüre des Buches durchaus ernüchternd sein kann.

Doch durch den überaus charmanten sowie liebenswerten Captain Shakespeare und seine amüsant blutrünstige Crew, lässt sich dieses Manko schnell vergessen. Er ist das perfekte Pendant zu Captain Jack – mit der Ausnahme, dass er in Frauenkleider schlüpft und trällernd durch die Kajüte stolziert. Ein netter Captain mit Identitätskrise, der seinem Namen alle Ehre macht. Darüber hinaus sollte man sich die lustigen frisch-frechen Dialoge zwischen Yvaine und Tristan nicht entgehen lassen. Der herrliche Wortwitz und die Ironie in ihren Unterhaltungen bestechen sogar den größten Griesgram. Eine weitere Besonderheit sind die Einwürfe und Kommentare der toten Prinzen. Die verstorbenen Thronanwärter von Stormhold begleiten die Handlung und kommentieren das Geschehen. Sei es, dass sie ihre Beine über den Kaminsims baumeln lassen oder am Kopfende des königlichen Bettes sitzen und plaudern. „Der Sternwanderer“ ist ein waschechtes Fantasy-Märchen mit Hexen, Prinzen, Sternschnuppen und Einhörnern. Turbulent und mit viel Gefühl und Spannung erzählt, entführt „der Sternwanderer“ die Zuschauer in eine Welt voller Magie und unbegrenzter Möglichkeiten. Zudem geben Newcomer Charlie Cox und Claire Danes ein überzeugendes Paar zum Mitfiebern ab. Das Geschehen fließt dahin und die Zeit vergeht wie im Flug.
Prädikat: wertvoll
Genre: Fantasy/ Komödie
Erscheinungsland: Großbritannien / USA
Erscheinungsjahr: 2007
Startdatum: 18.10.2007
Regie: Matthew Vaughn
Darsteller: Charlie Cox, Claire Danes, Robert De Niro, Sienna Miller, Michelle Pfeiffer
Dauer: 127 Minuten
FSK-Freigabe: ab 12 Jahre


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