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Agricola (Spiele-Kritik)

Sonderpreis "Komplexes Spiel" der Jury "Spiel des Jahres"


Agricola
© Lookout Games
19.08.2008
Von unserer Redakteurin Kristina Rutz

In Uwe Rosenbergs Entwicklungsspiel tauchen die Spieler in die Zeit des 17. Jahrhunderts ein.

Spielidee:

Als Landwirte müssen sie neben anderen damaligen Tätigkeiten des Landlebens Äcker bestellen, Tiere züchten, die Ernte einfahren und sich um den Ausbau des Hofes kümmern.

Zu Beginn des Spiels startet jeder mit zwei Personensteinen, die noch in einer einfachen Holzhütte wohnen. Aller Anfang ist schwer, so auch beim Spielstart. Während zu Beginn erst die essenziellen Grundbedürfnisse gestillt werden müssen, gilt es im Verlauf durch Ausbildungen und Anschaffungen seinen Hof zu einem lukrativen Gut heranwachsen zu lassen. Gewonnen hat der Spieler, der es nach den 14 angesetzten Spielrunden durch sinnvolles Handeln geschafft hat, bei der anschließenden Wertung möglichst viele Punkte zu erhalten.

Ausstattung:

Das Spiel ist sehr aufwendig und ansprechend gestaltet. Alle Spielsteine sind hochwertig und detailgetreu gearbeitet. Die Spielkarten und -plättchen sind schön illustriert und spiegeln das nostalgische Flair des Spiels wieder. Einziger Kritikpunkt sind fehlende Platzierungsmöglichkeiten für das Spielmaterial. So sind zwar reichlich Tüten für die Spielsteine vorhanden aber kein Innenleben aus Plastik mit vorgegebenen Einbuchtungen.

Um die erste Hürde bis zum eigentlichen Spielen zu erleichtern, bietet Agricola drei unterschiedliche Spielvarianten an: die Familienversion, die sich für Einsteiger gut eignet, die Komplettversion und das Solospiel für einen Spieler.

Regelwerk:

Die DIN A4 große, geheftete Spielanleitung ist wie die Ausstattung hochwertig gefertigt. Es umfasst 16 Seiten und ist reichlich bebildert. Für den Leser ist die grafische Gestaltung mit schwarzer Schrift auf einem angenehmen in Braun- und Beigetönen gehalten Hintergrund sehr angenehm. Für das Regelwerk wurde mattiertes, grifffestes Papier gewählt, was das Lesen zusätzlich erleichtert.

Nach einer Einführung folgt eine Gliederung in zwei Spielschritte, die wiederum in einzelne Themenbereiche münden. Insgesamt ist das Regelwerk sehr übersichtlich und gut strukturiert. Wer sich genügend Zeit nimmt, um die notwendigen Teile der Anleitung richtig durchzulesen, dürfte kaum Probleme für einen guten Spieleinstieg haben. Zum Kennenlernen des Spiels empfiehlt sich die Familienversion, in der ein Großteil der Karten noch weggelassen wird.

Auch sinnvoll: Auf der Rückseite der Anleitung gibt es auch einen Bereich mit häufig gestellten Fragen (FAQ), wie man es von diversen Websites kennt.

Unterstützend befinden sich auf drei der neun Spielpläne übersichtliche und bebilderte Regelhilfen. Sie sind sprachlich schnell zu erfassen und gut umsetzbar.

Zielgruppe

Das Spiel wendet sich an Spielbegeisterte ab 12 Jahren. Es kann alleine oder mit bis zu fünf Personen gespielt werden. Vor allem Freunde von Strategie- und Wirtschaftssimulationsspielen wie die Siedler oder Anno werden von Agricola begeistert sein. Es eignet sich aber auch für einen Abend in gemütlicher Runde. Es wird jedoch schwierig, jüngere Familienmitglieder aufgrund des Anspruchs in das Spiel zu integrieren. Auch bietet es als Entwicklungsspiel natürlich nicht den Unterhaltungsfaktor wie Tabu oder Halli Galli.

Zudem sollte sich jeder beim ersten Anlauf genügend Zeit und Ruhe nehmen. Nicht umsonst hat Agricola den Sonderpreis “Komplexes Spiel” von der Jury “Spiel des Jahres” erhalten. Das anspruchsvolle und bis ins Detail durchdachte Spiel muss erst Schritt für Schritt durchgegangen werden, bevor das eigentliche Spielerlebnis beginnen kann. Während des gesamten Spielverlaufs bietet Agricola eine individuelle und flexible Gestaltung der Entwicklungsmöglichkeiten. Den Spielern steht eine Vielzahl an möglichen Wendungen des Spiels offen.

Bei dieser Fülle an gegebenen Möglichkeiten fällt es schwer, das Spiel einmal angefangen, wieder aus der Hand zu legen.
Grafik
Idee
Ausstattung
Spaßfaktor
Schwierigkeit
Gesamtwertung
Genre: Entwicklungsspiel
Autor: Uwe Rosenberg
Verlag + Erscheinungsjahr: Lookout Games
Spielerzahl: 1-5 Spieler
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten pro Spieler
Preis: 42,95 Euro (vom Hersteller empfohlen)
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