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Spielekritik: Der Herr der Ringe Das Kinderspiel

Ein Spiel von Reiner Knizia mit Illustrationen von Ingrid und Dieter Schubert


12.05.2003
Von unserer Redakteurin Katrin Ruß

Spielidee
Finster ist es in Mittelerde. Der dunkle Herrscher Sauron und seine Helfer verbreiten Angst und Schrecken. Und all die Weisen und Starken sind nicht in der Lage, ihm Einhalt zu gebieten. Alle Hoffnung liegt nun auf den kleinsten und zunächst unscheinbarsten Geschöpfen, die doch eine erstaunliche Kraft beweisen – den Hobbits. Nur wenn es ihnen gelingt, den Ring nach Mordor zu bringen und ihn in den Flammen des Schicksalsberges zu vernichten, kann Sauron besiegt werden. Mit diesen kleinen Hobbits haben nun gerade Kinder viel gemeinsam und können sich daher gut mit den lustigen Gesellen identifizieren. Daher ist ein Spiel zum Herrn der Ringe sicher auch für jüngere Kinder attraktiv. Etwas schade ist allerdings, daß jeder Hobbit im Spiel ein Einzelkämpfer ist und nicht wie im Buch miteinander gegen einen gemeinsamen Gegner gekämpft wird. Siegen tut, wer die Mitspieler möglichst trickreich ausspielt und als erster am Schicksalsberg ankommt.

Ausstattung
Zum Spiel gehört ein schön gestalteter Spielplan, dessen wichtigste Orte aus dem Buch bekannt sind. Hinzu kommen 5 farbige Hobbit-Holzfiguren und 3 schwarze Nazgul-Holzfiguren. Außerdem gibt es 42 rote Stärke-Holzwürfel, die nicht zu klein sind, so daß auch Kinder sie gut greifen können. Die 3 Türme sind aus starker Pappe gearbeitet und sollen in vorgestanzte Aussparungen im Spielplan gestellt werden. Leider wurde hier nicht sauber gearbeitet, so daß sie nicht passen. Dem Spielablauf behindert das aber nicht. Der Palantir ist eine rote Glaskugel, die sehr ansprechend ist. Neben einem Würfel wird mit einer Drehscheibe mit Pfeil gespielt. Drehscheibe und Pfeil hätten unbedingt etwas besser ausgetüftelt werden müssen. Gerade jüngeren Kindern fliegt beim Drehen ständig der Pfeil aus der nicht vorhandenen Halterung, was auf die Dauer frustrierend wirkt. Schade. Außerdem gibt es 5 nett gezeichnete Hobbit-Kärtchen und 30 Freund-/Feindplättchen.

Regelwerk
Das Spiel kann nach 2 verschiedenen Varianten gespielt werden. Die erste ist schnell zu begreifen. Die Hobbits werden einfach durch würfeln fortbewegt. Kämpfe werden durch Drehen der Scheibe und Verlust von Stärkepunkten ausgetragen. Zusätzlich kann der Gegner durch setzen der Nazgul behindert werden. Bei der Regelerweiterung besteht zusätzlich durch Einsatz des Palantir die Gefahr, daß die Hobbits bei ihrer geheimen Mission entdeckt werden.

Wirklich schade ist, dass die eigentliche Idee des Buches (dass die Gefährten immer zusammen halten, um einem übermächtigen Gegner zu bezwingen) gar nicht umgesetzt wurde. So entsteht ein Spiel mit den Figuren aus der Saga, der Geist ging jedoch verloren.

Zielgruppe
Ein Spiel für 2-5 Spieler ab 6 Jahre. Die Regeln sind so einfach gestaltet, dass das Spiel tatsächlich ab dem Alter gespielt werden kann. Allerdings dürften die meisten Tolkien-Fans älter sein. Dann sei ihnen eher das Spiel „Die zwei Türme“ empfohlen, dass bereits von uns rezensiert wurde.

Idee: **
Anspruch: ***
Ausstattung: ***
Spaßfaktor: ***

Punkteskala: * miserabel, ** naja!, *** akzeptabel, **** toll, ***** genial

Autor: Reiner Knizia
Verlag: Kosmos Verlag 2003
Genre: Kinderspiel für Glückspilze mit etwas taktischem Anspruch
Alter: ab 6 Jahre
Spieldauer: ca. 15-30 Minuten
Spielerzahl: 2-5
Preis: 24,95 €


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