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Wein-Schnupperkurse daheim

Vorschläge für einen konstruktiven Abend


15.09.2008
Weinreisen, Weinverköstigungen im Weinladen oder beim Winzer oder die Lektüre spezieller Weinliteratur – all dies kann dazu dienen, sein Wissen um die eigenen Wein-Vorlieben voranzutreiben. Doch man muss nicht zwingend das Haus verlassen, um einiges rund um’s Thema zu erfahren. Weinproben im Kreise von Freunden und Bekannten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Hier ein paar Anregungen, was man benötigt und was den Abend umso interessanter macht.

Vorbereitungen
Als erstes sollte man sich überlegen, welchen Schwerpunkt man auf die private Weinprobe legen möchte. Dies könnten Themen sein wie:
  • Weiß- oder Rotweine aus unterschiedlichen Trauben und Anbaugebieten in Deutschland (oder eben anderen Ländern)
  • Weine unterschiedlicher Qualitäten in einem bestimmten Anbaugebiet
  • Weine unterschiedlicher Jahrgänge eines Winzers
  • Weine einer Traube aus unterschiedlichen Ländern (z.B. Grauburgunder, Chardonnay, Merlot)
  • Sortenreine Sekte aus unterschiedlichen Anbaugebieten
Und so weiter und so fort – der Fantasie sind hier natürlich keine Grenzen gesetzt.

Einkauf
Hat man sich für ein Thema entschieden, sollte sich der Ausrichter des Abends sorgfältig vorbereiten. Mit einem guten Grundwissen geht es dann am besten zum Weinladen seines Vertrauens, um sich eine für das Thema entsprechende Auswahl an Weinen zusammenstellen zu lassen. Gegebenenfalls sind hier mehrere Weinläden zu konsultieren, bis die Mischung für den Abend stimmt. Die Anzahl der unterschiedlichen Weine sollte 10 Sorten nicht überschreiten – mehr können Gaumen und Zunge kaum verkraften.

Es folgt die Vorbereitung des Abends. Zu empfehlen sind hier zwei Probiergläser pro Tester. So lassen sich zwei Weine direkt miteinander vergleichen. Ein wenig Brot, nicht allzu würzigen Käse und dezente Knabbereien sollte es zwischendurch auch geben, damit der Magen nicht zu sehr in Wallung gerät. Und nicht zu vergessen genügend Wasser und einen Ausgussbehälter für die ungetrunkenen Reste, denn bei der Menge an Wein sollte nicht alles die Kehle hinunterrauschen. Es gilt: Weniger ist mehr.

Die Verköstigung an sich
Neben einigen theoretischen Aspekten (z.B. zum Ausbau des Weins oder die verschiedenen Qualitätsstufen) steht nun das sensitive Erlebnis im Vordergrund. Bewaffnet mit dem Werkzeug Glas geht es ans Probieren. Dabei gilt: Jeder hat einen sehr eigenen Geschmack und schlecht und gut wird schnell sehr relativ. Das Erschmeckte und Gerochene kann dabei recht unterschiedlich ausfallen. Hilfreich ist, sich bei jedem Wein ein paar Notizen zu machen, um auch im Nachhinein ein Gespür für den eigenen Geschmack ausmachen zu können. Profis erforschen einen Wein nach folgenden Kriterien und helfen damit so manchem Nichtprofi:

  • Klarheit
  • Farbton
  • Farbintensität
  • Reintönigkeit im Duft (Gerüche aus der Weinbereitung wie Kork gehören nicht ins Glas)
  • Aromenausprägung
  • Aromenvielfalt
  • Reintönigkeit im Geschmack (Ist der Wein auf der Zunge in Ordnung)
  • Abstimmung im Geschmack (Stimmt die Harmonie von Säure und Süße etc.)
  • Körper (Das Gefühl von Fülle im Mund)
  • Nachhaltigkeit (Hält der Geschmack im Mund oder verfliegt er im Nu?)
  • Zusammenspiel (Ergebnis aus Aussehen, Geruch und Geschmack)
Um den Geruchssinn vorab ein wenig auf die anstehenden Aromen vorzubereiten, können Früchte und andere Zutaten ebenfalls in Gläsern mit ein wenig Wein zum Schnuppern rumgereicht werden. Hier eignen sich Birnen, Mandeln, Quitten, Äpfel, Beeren jeder Art, Vanilleschoten, schwarze Pfefferkörner oder auch braun geröstet Holzspäne. Das trainiert das Gehirn – auch Weinprofis bedienen sich dieser Tricks, um sich bestimmte Aromen ins Gedächtnis zu rufen.


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